Monat: Juni 2016

Art Basel 2016 – HALLE 2

Großartige Qualität der klassischen Moderne und der Zeitgenossen.
Für mich scheint eine Tendenz zu kontemplativen, minimalistischen Arbeiten im aktuellen Bereich verstärkt ablesbar.
Kojen wirken kuratiert, die sorgfältige Auswahl ist zu spüren.
Es treibt mich zuerst immer ins Obergeschoß, zur aktuellen Kunst, zu jüngeren Künstlern. Dabei ist es großartig, im Erdgeschoß staunend und manchmal auch wirklich atemlos vor einem Werk der oft ganz Großen zu stehen. Naja, leider ist das nicht meine Preisklasse. Also führt die Entdeckungsfreude wieder nach oben.
Und auch hier: begeisternde Werke!
Es bleibt viel in Erinnerung. Hier nur ein paar Positionen:
wunderbare Zeichnungen von Ellsworth Kelly bei Matthew Marks, Valentin Carron bei 303,  Marieta Chirulescu bei kurimanzutto, Erna Rosenstein – Zeichnungen bei Foksal aus den 60er Jahren, hinreißend die Moderne ironisierend (leider keine Abbildungen), Enrico David bei Werner.

Art Basel 2016

Die Krisen rund um den Globus, die Unsicherheit auf den politischen Ebenen:
Die Stimmung erscheint nicht gerade euphorisch.
Die Ausstellungsmacher und Galeristen sind sich dessen bewusst und setzen auf erste Qualität.
Und so bestätigt sich auch in diesem Jahr der absolute Spitzenplatz der Art Basel, nach meiner Auffassung ist dies eine eine der besten Messen der letzten Jahre.
Das Zeitgeschehen fordert viele Künstler zur Auseinandersetzung.
Ein Beispiel: Die „Unlimited „ die Halle für Großformate, zeigt eine Installation der Japanerin Chiharu Shiota: Von der Decke baumeln an Seilen 300 gebrauchte Koffer, sie bewegen sich nach ihren eigenen Gesetzen unregelmäßig leicht nach links und rechts: „Accumulation searching for Destination“ lautet der Titel.
Kein erhobener Zeigefinger, kein ästhetisiertes Grauen, eine Arbeit, die berührt und nachdenklich stimmt.
Großformate herrschen dem Anlass entsprechend vor. Gianni Jetzer hat als Kurator interessante Positionen gegenübergestellt, als Beispiel: Alan Charlton. Eine Wand mit 32 großformatigen Leinwänden, 8 waagrechten und vier senkrecht, in gleichen Größen und unterschiedlichen Grautönen.
Der Raum gegenüber zeigt eine Arbeit von Sol LeWitt von 1993: Black Styrofoam on Black Wall/White Styrofoam on White Wall. Die unregelmäßigen Bruchstücke der beiden Wände antworten wunderbar auf die meditativen grauen Leinwände.
Ein großartiger Raum ist Wolfgang Tillmanns gelungen. Er zeigt in „New York Installation PCR, 525“ von 2015. Fotos von Aktivisten, Freunden, seinem Privatleben und Abstraktionen. Unterschiedliche Formate, es gibt keine Hierarchie. Die Hängung ist einfach großartig. In der Mitte des Raums stehen Tische in unterschiedlicher Höhe, belegt mit leeren Papierblättern. Er beruhigt so das Auge und lädt fast zu einem Kommentar des Geschehens ein.
Die Unlimited zeigt unterschiedliche Positionen in gelungenem Dialog.