Monat: Juli 2016

Kunstmuseum Basel – Erweiterungsbau

Gegenüber dem Kunstmuseum erhebt sich die interessante Klinkerfassade.
des Erweiterungsbaues, entworfen von den Basler Architekten Christ und Gantenbein. Das Gebäude passt gut ins Stadtbild, trumpft nicht auf, ich würde sagen „schweizerisch“.
Der Neubau ist unterirdisch mit dem bisherigen Haupthaus verbunden: eine riesige Treppenanlage führt über Marmorböden zu den neuen Ausstellungssälen.

„Sculpture on the Move“, mit dieser Sonderausstellung  wird das neue Haus eröffnet. Wichtige und begeisternde Arbeiten von Brancusi, Giacometti bis zu Gabriel Orozco und Monika Sosnowska gestatten einen umfassenden Eindruck in das Schaffen der letzten Jahrzehnte.

Und trotzdem: ich hatte Schwierigkeiten. Der Boden ist mit kleinformatigen Holzdielen belegt,
die Zwischenräume hell verfugt. Ein unruhiger Eindruck entsteht, der durch die die rasterförmige Anordnung der Deckenbeleuchtung verstärkt wird. Problematisch erscheinen mir die Podeste,
auf denen viele der Skulpturen platziert wurden. Sie verhindern zwar den direkten Kontakt mit den Bodendielen, sicherlich ein Vorteil, andererseits beeinflussen sie enorm das Kunstwerk, werden  nahezu Teil der Arbeit und lassen zum Beispiel die Proportionen aber auch die schiere Masse einer Henry Moore-Skulptur völlig verändert erscheinen.

Neben den Skulpturen beherbergen die anderen gut geschnittenen Räume des Neubaus die Schätze der Sammlung.

Ich hatte in den Räumen den Eindruck einer gewissen Kühle, die durch den Einsatz von galvanisiertem Metall an den Türen und Durchgängen verstärkt wurde.  Die großartigen Arbeiten kämpfen mit Erfolg dagegen an.

Teresa Hubbard / Alexander Birchler

Single Wide, Columbus Museum of Art, Columbus/Ohio, USA, seit Oktober 2015
No Place like Home, Arbeiten aus der Sammlung Goetz, Haus der Kunst, München, Mai 2016 – Januar 2017 (Gruppe)
Kunstsammlung Kanton Basel – Landschaft ein Außenblick, Kunsthalle Palazzo, Liestal, May 4 – June 26, 2016 (Gruppe)
Missing Truffaut, Contemporary Austin in collaboration with Waller Creek Conservancy, Austin, Texas, permanent
Telling Tales: Contemporary Narrative Photography,  McNay Art Museum, San Antonio, Texas, 28. September 2016 – 8. Januaer 2017 (Gruppe)

Auszeichnung
Teresa Hubbard und Alexander Birchler sind 2016 mit einem Fellowship der Civitella Ranieri Stiftung, New York, verbunden mit einem Arbeitsaufenthalt in Umbrien, ausgezeichnet worden.

Alberto Giacometti und Gerhard Richter – Fondation Beyeler, Riehen (CH)

Drei mannshohe Große Schreitende, gut im Raum platziert, eine Büste, ohne Sockel auf dem Fußboden.
An den Wänden hängen vier großformatige Richter-Arbeiten aus dem Jahr 2104, jeweils als Diptychon in zwei unterschiedlichen Hälften in leicht variierenden Grautönen aus emailliertem Glas. Ihre makellosen, kühlen Oberflächen spiegeln den Raum.
Die nervösen Umrisse der Giacometti-Figuren, ihr suchendes Schreiten, der Drang noch vorne werden den ruhigen, hochglänzenden Oberflächen der Richter-Arbeiten gegenüber gestellt. Zwei höchst unterschiedliche Positionen, die sich gegenseitig aufladen. Plötzlich scheinen die Umrisse der Figuren den kühlen Glanz der Bildoberflächen aufzunehmen, werden dadurch noch immateriellerer, abstrakter. Die Grautöne der Bildarbeiten antworten auf das Material der Figuren, werden – je nach Standort – lebendiger. Und das alles in einem Raum mit dafür idealen Proportionen.
Ich habe selten eine so glückliche Kombination erlebt.

Alexander Calder und Fischli/Weiss – Fondation Beyeler, Riehen (CH), bis 4. September 2016

Kann es auf den ersten Blick größere Gegensätze geben?
Im großen Saal im Eingangsbereich hängt ein großes wundervolles Mobile von Alexander Calder, leicht, fragil. Auf dem Boden an der Wand liegt eine zerknautschte Decke, auf der Ratte und Bär von Fischl/weiss lümmeln. Die beiden Exponate sind ein großartiger Einstieg in zwei Welten, die sich zu einem erstaunlichen Dialog treffen. Einerseits Ordnung im Chaos – wie es „Der Lauf der Dinge“ schildert, andererseits fein ausbalancierte Schönheit in den Mobiles von Calder.
Der kuratorischen Glücksgriff schafft eine Zwiesprache, die die beiden Positionen aus für mich neuen Aspekten erkennen lässt.

Zur Website.

 

Ausstellungen im Juni und Juli

Hubert Scheibl
The End of Flags, Galerie Kornfeld, Berlin 11. Juni – 23. Juli 2016

Jürgen Partenheimer
Sculpture in the City, Gruppenausstellung im öffentlichen Raum, London, 25. Juni – 06. November 2016
One Hundred Poets, (1. Teil), Häusler Contemporary, München, bis 30. Juni 2016

Neo Rauch
Die Versenkung, Galerie EIGEN + ART Berlin, 4. Juni – 2. Juli 2016

Svenja Deininger
Three Paths to the lake, Galerie Martin Janda, Wien, 8. Juni – 23. Juli 2016 (Gruppe)