Monat: April 2017

Marieta Chirulescu bei Micky Schubert in Berlin

In ihrer dritten Einzelausstellung in der Galerie Micky Schubert zeigt Marieta Chirulescu eine Reihe neuer Malereien. Zu sehen sind minimalistisch reduzierte, monochrome Leinwände mit ausgesparten geometrischen Formen, die den unbehandelten Malgrund offenbaren und Arbeiten, die sich dem traditionellen rechteckigen Format des klassischen Tafelbildes verweigern. Mit nur wenigen Bildern und beinahe beiläufig wirkenden Setzungen gelingt es Chirulescu in den Räumen der Galerie ein intensives, spannungsreiches Gefüge zu schaffen.

28. April bis 23. Juli 2017, Micky Schubert, Berlin

Wilhelm Sasnal – Anton Kern Gallery New York

Wilhelm Sasnal, Anton Kern Gallery, New York, 22. April – 20. Mai 2017

Anton Kern präsentiert Werke von Wilhelm Sasnal in der ersten Galerieausstellung in den neuen Räumen in New York.

Wilhelm Sasnal lässt in dieser Ausstellung sein starkes Interesse an Politik erkennen. Er zeigt Portraits von Politikern – u.a. Hillary Clinton, Angela Merkel, Kofi Annan – und stellt sie kontemplativen malerischen Sujets gegenüber.

Michel Majerus in Berlin

Aluminium Paintings, Michel Majerus, Neugerriemschneider, Berlin, 29. April – 26. August 2017

Michel Majerus verwendet handelsübliche Aluminiumplatten als Bildträger.
Der Einsatz von Sieb- und Digitaldruck machte ihn zu einem Vorläufer heutiger gängiger Praxis. Er erforschte in räumlichen Installationen die Gegebenheiten von Malerei und Skulptur.
Neugerriemschneider zeigt acht großformatige raumgreifende Arbeiten auf Aluminium.

Link zu einem Auszug aus DIE ZEIT.

Michel Majerus starb im Alter von 35 Jahren 2002 bei einem Flugzeugabsturz. Sein Einfluß auf die Kunstentwicklung wird mit den Jahren immer deutlicher.

Jürgen Partenheimer – White Cube London

Jürgen Partenheimer, White Cube Gallery (Bermondsey), London, 27. April – 18.Juni 2017

Leicht, flüchtig wirken sein Zeichnungen und Aquarelle, die Farben atmen. Es bleibt Raum für eigene Empfindungen. Seine Arbeiten tragen etwas Forschendes, Analysierendes in sich, bleiben jedoch nicht auf einer theoretischen Ebene haften, die oft zarte Farbigkeit trägt viel dazu bei. Sein vielschichtiges Werk erforscht das Thema Malerei und Plastik.

Jürgen Partenheimer ist 1947 in München geboren. Sein Werk wird in vielen Institutionen weltweit gezeigt.

Erik van Lieshout

Erik van Lieshout, South London Gallery, London, 7. April – 11. Juni

Erik van Lieshout zeigt in seinen Filmen und Zeichnungen vielfältige Aspekte der Gesellschaft, multikulturell, rechtsradikal, sexistisch, gewaltorientiert. Trotzdem vermitteln sie nichts Trostloses, verstehen es, den Alltag und das Geschehen um uns als Anstoß für die Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten zu vermitteln. Oft blitzt Humor, Parodie, Groteske auf. Die Zeichnungen entstehen meist parallel zu seinen Filmen, sie wirken vielleicht deswegen manchmal szenisch wie Schnappschüsse, durch den impulsiven und entschlossen Strich vermitteln sie jedoch bleibende Eindrücke.

In London sind Videos zu sehen. Die Inszenierung ist ein wichtiger unabdingbarer Aspekt seiner Arbeit.

Erik van Lieshout ist 1968 in den Niederlanden geboren, lebt in Rotterdam.

Über das Hängen der Bilder


Immer wieder spannend, diskussionsfordernd, diskussionswürdig.
2 cm höher, Mittelachse, nein, doch zu langweilig, viel mehr Abstand – man kennt das.

Und die Arbeiten brauchen viel Raum. Die meisten. Eigentlich alle. Und so irgendwie dazwischen hängen geht gar nicht. Stimmt. Und so bloß in eine Nische, nein. Probieren geht über…

Hätte ich nicht gedacht. Die Nische wird zum Kabinett, bildet einen Raum. Und der – ich nenne ihn „ gute Geist“ – fühlt sich dort wohl. Und wir uns mit ihm auch. Wirkt nicht eingezwängt, nicht nach „irgendwo sollte der schon hängen“. Die Arbeit, lässig, ein paar Striche, grau in grau. Hellgrau. Kein furchteinflößendes Wesen. Er taucht aus der Tiefe auf, schält sich nach vorn, bald wird er wieder verschwinden? Einen Namen hat er noch nicht. Mal sehen, was noch geschieht…

Ephemer wirkt dieses Gesicht (also für mich ist es eines) durch die stark verdünnt aufgetragene Farbe, hingestupst die handtellergroßen Augen. Darin liegt auch der Reiz, dass er trotzdem Bestand hat, der gute Geist.