Monat: November 2017

David Sylvester – Ein Gespräch mit Philip Guston

Das kleine Buch enthält ein Gespräch zwischen Philip Guston und dem Autor aus dem Jahr 1960, vier Texte des Künstlers und einen Vortrag aus dem Jahr 1978.
Philip Guston spricht sehr offenherzig über sich, seine Vorbilder, die Probleme mit seiner Arbeit.
Viele persönliche Aussagen erlauben Rückschlüsse zur Entwicklung seiner Malerei. Guston vertritt die Meinung, dass Künstler über ihre Arbeit sprechen sollten, jedoch nicht über die Bedeutung ihrer Bilder. Dies zu erörtern überlässt er den Kunsthistorikern, die das nach seiner Meinung sehr viel besser als er beherrschen.
Aufschlussreich und lebensnah berichtet er über sein Schaffen. Ein eindrucksvolles Buch.

David Sylvester – Ein Gespräch mit Philip Guston
Piet Meyer Verlag

Erik van Lieshout – Sündenbock

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von 2006 bis in die Gegenwart. Der niederländische Künstler setzt sich mit Migrationskonflikten, Rechtsradikalismus und politischen Fragen auseinander.
Die Kraft seiner Zeichnungen vermittelt die Wucht des Themas.

Sündenbock, Kunstverein Hannover, 16. September – 19. November 2017

außerdem:
Revolution in red-yellow-blue, Gerrit Rietveld and contemporary art, Marta Herford, Herford,
14. Oktober 2017 – 3. Februar 2018 (Gruppe)

Wilhelm Sasnal in der Tate Modern London

Seine Serie „Gaddafi“ wird im neuen Switch House der Tate Modern als Teil der
Sammlung dieser Institution gezeigt.
Auch diese Arbeiten zeigen Sasnals pendeln zwischen Abstraktion und Abbild, manchmal, des öfteren in einem einzigen Werk. Seine Beschäftigung mit dem Geschehen in unserer Welt vermag tiefe Einblicke zu vermitteln.

Link zur Artist Page der Tate

Sebastian Tröger – Volker-Hinniger-Preis 2017

Sebastian Tröger erhält den Volker-Hinniger-Preis, der mit einer Ausstellung in der Bamberger Villa Desaster verbunden ist. Der Preis wurde zur Förderung junger Künstler eingerichtet.
Sebastian Tröger bespielt die für Kunstausstellungen etwas problematisch zu nutzenden Räume der Villa – erbaut im späten achtzehnten Jahrhundert mit entsprechendem Dekor – mit Bravour und installativem Geschick. Seine Bilder wirken unkonventionell, humorvoll, spielen mit der Kunstgeschichte.
Eine frische Position, die sich durchaus kritisch mit den aktuellen Fragen auseinandersetzt.

Die Welt ist schön, Museen der Stadt Bamberg, Villa Dessauer, ab 14. Oktober 2017

Joost Zwagerman – Das Duell

Dieses kleine hinreißende Buch erschien 2010 in Holland.
Den Kunstbetrieb kennt der Autor in all seinen Phasen und Facetten.
Im Mittelpunkt der spannenden Geschichte steht ein (fiktives) Rothko-Gemälde,
aufschlussreiche Gedanken kreisen intensiv um Malerei und deren Betrachtung, der Text kommt nie platt oder belehrend daher. Ein unerwartetes Ende macht diese Satire beinahe zum Krimi. Sehr lesenswert.
Für mich ein echtes Highlight und Vergnügen.

Joost Zwagerman – Das Duell
Weidle Verlag