Kategorie: Ausstellungshinweise

Callum Innes – In Position

In Position, Chateau La Coste, France, 3. Februar – 2. April 2018

Chateau La Coste – ein faszinierender Ort in der Provence. Auf einem Weingut hat der japanische Architekt Tadao Ando eine Ausstellungshalle errichtet.
Die üppige Natur des französischen Südens, die landschaftliche Schönheit, das einmalige Licht, die Architektur in ihrer reduzierten Klarheit – mit Leinwänden und Papierarbeiten antwortet Callum Innes diesem faszinierenden Umfeld. Das eindrucksvolle Zusammenspiel verspricht ein wunderbares Erlebnis.
Ein Katalog mit einem Text von Éric de Chassey (Director General de l’Institut National d’Histoire de l’Art, Paris) begleitet die Ausstellung.
Callum Innes ist einer der meist geschätzten Künstler seiner Generation. Mit seiner Technik des Farbauftrages und der Wegnahme von Farbpigmenten bewegt er sich zwischen Minimalismus und abstraktem Expressionismus. Er entwickelt diese Technik in seinen „Exposed Paintings“ seit Jahren weiter. Deutlich ausgeführte Trennlinien zwischen den einzelnen Farbfeldern in den neueren Bildern, mehr Farbflächen als vorher: spannend, diese fein gesetzten Schritte zu verfolgen.
Die Entwicklung lässt sich gut auf dem Video zu unserer Ausstellung im Neuen Museum Nürnberg ablesen. Link Vimeo.

Michel Majerus, Thomas Demand – Faithless Pictures

Faithless Pictures, National Museum, Oslo, 9. Februar bis 13. Mai 2018 (Gruppe)

Diese Ausstellung versucht das komplexe Verhältnis zwischen Abbild und Realität auszuloten. Das Thema ist nicht unbedingt neu, behält jedoch seine Aktualität. Schnell tauchen Gedanken an die frühen Fotos von Cindy Sherman auf. Seither hat sich die Kernfrage der Ausstellung in jeder Hinsicht stark erweitert. Schnelle Handyaufnahmen, Nutzung der sozialen Medien – ein Umbruch und neue Fragestellungen.

Beteiligt sind u.a. John Baldessari, Richard Prince, Ed Ruscha.

Wilhelm Sasnal – Gruppenausstellung Kunstsammlung Chemnitz

Von Pablo Picasso zu Robert Rauschenberg, Kunstsammlung Chemnitz, Chemnitz, bis 18. Februar 2018

Ein Versuch, unterschiedliche Annäherungen an Motive zu zeigen.
Wilhelm Sasnal’s Arbeiten sind aus gefundenen Fotos und eigenen Fotografien entstanden, Momente aus dem Alltag und dem persönlichen Umfeld. Für mich bleibt immer wieder faszinierend, wie der Künstler es schafft, diesen Motiven doch einen übergeordneten Aspekt zu verleihen, der eigene Gedanken erlaubt, ja fordert.

Michel Majerus

Die Unbekümmertheit seiner Herangehensweise, seine Kunstkenntnis, die Lust am Umsetzen: das alles hält sein Werke frisch und aktuell. Wie er das Internet nutzt, Figuren aus Computerspielen in seinen Arbeiten integriert, der Wechsel zwischen technischen Möglichkeiten: ein riesiger Fundus geschaffen in den wenigen Jahren, die ihm zu leben gegönnt waren.

Überblicksschau Art in the Age of the Internet, 1989 to Today im ICA Boston. Michel Majerus wird außerdem in der Ausstellung Faithless Pictures im Nasjonalmuseet Oslo vertreten sein, die sich unserer von Bildern übersättigten Gegenwart widmet (ab 09.02.2018).

Neo Rauch – Dromos Painting 1993–2017

Dromos Painting 1993–2017, Museum de Fundatie, Zwolle, Niederlande, 21. Januar bis 3. Juni 2018

Die Retrospektive zeigt mehr als 60 Arbeiten, die die Karriere des Künstlers nachvollziehen lassen, ausgehend von der ersten Soloausstellung in Leipzig 1993 bis heute und schließt Werke anderer Künstler aus der Privatsammlung von Neo Rauch und seine Frau Rosa Loy ein.

Die Anfänge seiner Malerei bieten meist Gegenüberstellungen von Personen in einer Haltung, die alle Bewegung eingefroren erscheinen lässt, der Ablauf ziellos, mechanisch, unhinterfragt. Gedämpfte Farben, oft herrschen braun, ocker in stumpfem Farbauftrag vor. Das Thema „Maler / Malerei“ wird immer wieder in den Bildern abgehandelt. Ab 2003 nimmt die Farbigkeit stark zu, kräftige Töne beherrschen die riesigen Formate. 2005 tauchen dann die ersten Figuren in einer Kleidung aus vergangen Zeiten auf, Gehröcke, Kniehosen, Zylinder. Die Bewegungen der Protagonisten wirken oft kampforientiert, gewaltbereit, trotzdem im Ablauf starr, gehemmt.

Neo Rauch weiß, dass seine Arbeit bei vielen Kritikern als rückwärtsgewandt gilt. Trotzdem hält er seine Richtung ein, verweist auf sein Thema: Malerei.

Erik van Lieshout – Sündenbock

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von 2006 bis in die Gegenwart. Der niederländische Künstler setzt sich mit Migrationskonflikten, Rechtsradikalismus und politischen Fragen auseinander.
Die Kraft seiner Zeichnungen vermittelt die Wucht des Themas.

Sündenbock, Kunstverein Hannover, 16. September – 19. November 2017

außerdem:
Revolution in red-yellow-blue, Gerrit Rietveld and contemporary art, Marta Herford, Herford,
14. Oktober 2017 – 3. Februar 2018 (Gruppe)

Wilhelm Sasnal in der Tate Modern London

Seine Serie „Gaddafi“ wird im neuen Switch House der Tate Modern als Teil der
Sammlung dieser Institution gezeigt.
Auch diese Arbeiten zeigen Sasnals pendeln zwischen Abstraktion und Abbild, manchmal, des öfteren in einem einzigen Werk. Seine Beschäftigung mit dem Geschehen in unserer Welt vermag tiefe Einblicke zu vermitteln.

Link zur Artist Page der Tate

Sebastian Tröger – Volker-Hinniger-Preis 2017

Sebastian Tröger erhält den Volker-Hinniger-Preis, der mit einer Ausstellung in der Bamberger Villa Desaster verbunden ist. Der Preis wurde zur Förderung junger Künstler eingerichtet.
Sebastian Tröger bespielt die für Kunstausstellungen etwas problematisch zu nutzenden Räume der Villa – erbaut im späten achtzehnten Jahrhundert mit entsprechendem Dekor – mit Bravour und installativem Geschick. Seine Bilder wirken unkonventionell, humorvoll, spielen mit der Kunstgeschichte.
Eine frische Position, die sich durchaus kritisch mit den aktuellen Fragen auseinandersetzt.

Die Welt ist schön, Museen der Stadt Bamberg, Villa Dessauer, ab 14. Oktober 2017