Kategorie: Lektüre

Alberto Giacometti und Gerhard Richter – Fondation Beyeler, Riehen (CH)

Drei mannshohe Große Schreitende, gut im Raum platziert, eine Büste, ohne Sockel auf dem Fußboden.
An den Wänden hängen vier großformatige Richter-Arbeiten aus dem Jahr 2104, jeweils als Diptychon in zwei unterschiedlichen Hälften in leicht variierenden Grautönen aus emailliertem Glas. Ihre makellosen, kühlen Oberflächen spiegeln den Raum.
Die nervösen Umrisse der Giacometti-Figuren, ihr suchendes Schreiten, der Drang noch vorne werden den ruhigen, hochglänzenden Oberflächen der Richter-Arbeiten gegenüber gestellt. Zwei höchst unterschiedliche Positionen, die sich gegenseitig aufladen. Plötzlich scheinen die Umrisse der Figuren den kühlen Glanz der Bildoberflächen aufzunehmen, werden dadurch noch immateriellerer, abstrakter. Die Grautöne der Bildarbeiten antworten auf das Material der Figuren, werden – je nach Standort – lebendiger. Und das alles in einem Raum mit dafür idealen Proportionen.
Ich habe selten eine so glückliche Kombination erlebt.