Sammlung

 

Die ernsthafte Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst setzte bei Traudl und Herbert Martin in den frühen 1980er Jahren ein. Besuche von Ausstellungen, Galerien und Künstlern in ihren Ateliers formten ihre Vorlieben. Das zündende Erlebnis war der Erwerb eines stark gestisch geprägten Werkes des österreichischen Malers Hubert Scheibl. Der Grundstein zu einer sehr persönlichen Sammlung war gelegt.

Seitdem steht die aktuelle, zeitgenössische Kunst mit besonderem Fokus auf Malerei im Mittelpunkt ihres Interesses.

Im Zentrum steht hierbei, wie sich Malerei vor dem Hintergrund ihrer Tradition, ihrer historischen Entwicklungen und unter dem Einfluss zeitgenössischer Faktoren, die ihre konzeptuellen Grundlagen und den Umgang mit dem Material betreffen, erweitert.

Diese Fokussierung führt auch zu spezifischen Bezügen innerhalb der Sammlung. Callum Innes’ (*1962) Umgang mit Farbe – das Auftragen und wieder Ablösen – setzt Svenja Deininger (*1974) in ihren Werken fort. In der Arbeit von Marieta Chirulescu (*1974) steht der Einsatz  zeitgenössischer technischer Mittel wie Computer und Scanner und deren Nutzung in der Bildgestaltung für eine exemplarische Fortführung dieses prozesshaften Denkens.

Darüber hinaus bilden Arbeiten von Wilhelm Sasnal (*1972) mit ihren ungewöhnlichen Bildausschnitten, ihrer scheinbar spontanen Motivwahl, den sozialen und politischen Bezügen und der Nutzung unterschiedlichster medialer Möglichkeiten einen wichtigen Grundstein der Sammlung. Ebenso wichtig für die Sammlung ist das Werk von Michel Majerus (1967 – 2002), der in seinen Arbeiten kunstgeschichtliches Wissen in Malerei umsetzt und mit Pop-Art-Einflüssen zusammenführt.

In den letzten Jahren hat sich die Sammlungstätigkeit zunehmend auf umfassende Werkgruppen junger Künstler fokussiert. Herbert und Traudl Martin unterstützen auch gern die Arbeit von Museen. In den letzten Jahren wurden viele Leihgaben in institutionellen Ausstellung in verschiedenen Ländern gezeigt.